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Die menorcinischen Skizzenbücher 2017

Die Menorcinischen Skizzenbücher

Die letzten Jahren verbrachten wir unseren gemeinsamen Urlaub zwischen Mitte September und Anfang Oktober auf Menorca, nahe Ciutadella, der alten Inselhauptstadt. Die heutige Inselhauptstadt ist Mao an der Ostküste der Insel. Dazwischen gibt es eine einzige Straße, die die beiden Städte miteinander verbindet und von der hin und wieder Stichstraßen zu kleinen Orten, Buchten oder landwirtschaftlichen Gehöften führen.

Wenn ich Kollegen oder Bekannten von Menorca schwärme, können die meisten nicht verstehen, was mich da so begeisterte. Ja, schön, Urlaub auf einer Baleareninsel, viele Touristen, hier: viele Engländer. Natürlich finden sich an den touristischen Highlights alle Sachen, von denen man sich gerne distanzieren würde.

Für mich hat die Insel noch andere Facetten. Bereits bei unserem ersten Aufenthalt - wir nutzten die Buslinien einer der drei Busgesellschaften der Insel - haben wir meistens die kleineren Buchten mit ihren weißen Sandstränden im Süden aufgesucht. Schön ist, daß die Menorciner hier die Zugänge limitiert und die Autoparkplätze ein paar Kilometer von der Küste ferngehalten haben. Je länger die Fußwege zu diesen Buchten, desto weniger Menschen finden sich dort zusammen. Klar, da gibt es noch die Boote, die bis auf wenige hundert Meter heranfahren dürfen usw. Und dennoch gibt es Strände, Buchten, Dünenlandschaften, Felsengruppen, die wie unberührt wirken. Wer sich die Mühe macht, den langen Camí de Cavalls zu gehen - ein Fuß- und Pferdeweg rund um die bodenseegroße Insel - der entdeckt diese Orte sicherlich. Allerdings gibt es keinerlei Infrastruktur in Form von Hütten oder Hostals entlang dieses Weges. Besonders entlang der Nordküste ist es über lange Strecken sehr einsam. Die Insel ist hügelig und so führt der Camí von Buchten über kleine Plateaus zu anderen Buchten, durch Steineichen- und Kieferwälder, durch Macchia und Felsformationen.

Die Gehöfte liegen meistens mitten in den Feldern, die mit den Steinmauern gegen den Wind eingefaßt sind. 2011 gestatteten die Grundbesitzer das Überschreiten ihren Grundes zur Einrichtung des Camí.

In einer kleinen Villa am Ortsrand von Ciutadella, völlig abgeschieden vom Verkehr der Hauptstraße und aller touristischen Umtriebe, fing ich an die Umgebung zeichnerisch zu erfassen, dehnte die Kreise immer weiter aus, erkundete den alten Fischerstadtteil Santandria, die kleinen Buchten, die Gehöfte und so entstanden zwei Bücher voll mit meist farbigen Zeichnungen.